Das Jahr als Zeiteinheit begegnet –wiewohl in unterschiedlicher Weise- in fast allen bekannten Kulturen und Gesellschaften. Dabei bestimmten zunächst die unmittelbar erfahrenen,
zyklisch wiederkehrenden natürlichen Gegebenheiten die Gliederung der Zeit. Waren zunächst die Zeitraster der Vieh- und Weidewirtschaft für die Zeiteinteilung ausschlaggebend, so kamen im Laufe der
Geschichte andere Kriterien hinzu, soziale, ökonomische und auch religiöse. Letztere spielten insbesondere an den Übergängen einzelner Phasen eine große Rolle, so auch bei den Übergängen im Leben des
einzelnen Menschen.
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Der Begriff
Kirchenjahr (auch Festjahr, Liturgisches Jahr oder Herrenjahr genannt, im lateinischen
annus ecclesiasticus) bezeichnet die jährlich wiederkehrende, festgelegte
Abfolge religiöser Feste und Feierlichkeiten im christlich beeinflussten Kulturkreis. Der Begriff entstand im 16. Jahrhundert, als kirchliche und bürgerliche Kalenderordnung (Kirchenkalender und
Bürgerlicher Kalender) auseinanderzufallen begannen. (s. z.B.: Karl-Heinrich Bieritz: Das Kirchenjahr, Verlag C.H.Beck, München)
Den einzelnen Kirchenjahreszeiten, bzw. Festkreisen, aber auch einzelnen Feiertagen sind so genannte liturgische Farben zugeordnet, die das jeweils Besondere dieses Tages oder
jener Zeit verdeutlichen und vor Augen führen sollen. Sie sind somit gewissermaßen das Erkennungszeichen eines bestimmten Zeitabschnitts im Kirchenjahr.