Studienreise mit Besuch der Konferenz der IAWP 2019 in Alaska

Der Kirchliche Dienst ist im September mit einigen Polizeibeamtinnen zu der Konferenz der

International Association of Women Police (IAWP) nach Alaska gefahren.

 

Eine Teilnehmerin hat darüber einen Bericht verfasst, den wir gern hier veröffentlichen möchten:

 

Conference International Association of Women (IAWP) in Anchorage, Alaska, USA

Mentoring – the next Generation

 

Über Heike Rohdenburg, Kirchlicher Dienst in Polizei und Zoll, wurden wir (PHK`in Fleßner, POK`in Steenlage und ich) auf die 57th Annual Conference der IAWP in Anchorage vom 23.09.-27.09.2019 aufmerksam. Nach einiger Bedenkzeit entschieden wir uns, in die IAWP als Member einzutreten (Mitgliedsbeitrag pro Jahr 40,00 Dollar) und die Teilnahme an der Conference zu planen.

 

Am 21.09.2019 ging es dann über Frankfurt per Direktflug nach Anchorage. Am ersten Tag hatten wir Zeit, uns Anchorage etwas anzusehen. Anchorage ist die größte Stadt Alaskas (ca. 300.000 von insgesamt ca. 700.000 Einwohnern). Die Hauptstadt ist allerdings Juneau (ca. 21.000 Einwohner). Insgesamt sind die Menschen der Stadt Anchorage sehr freundlich, obwohl einige von ihnen bisweilen etwas „crazy“ sind. Ob das am freigegebenen Cannabis (seit 2015) liegt, vermag ich nicht zu sagen.

 

Am Sonntag ging es dann mit einem ersten Treffen im „Alaska State Troopers Law Enforcement Museum“ los, bevor am Montag die eigentliche Conference startete.

 

Um 09:00 Uhr wurden im „Covention Center“ in Anchorage die 750 Teilnehmerinnen aus 43 Nationen begrüßt. Hierzu gehörten neben Begrüßungsreden auch die Nationalhymne der USA sowie einige Preisverleihungen. Im Anschluss ging es dann zur Nationenparade, die über eine Strecke von 1,5 Kilometer führte. Allen wurde ein herzlicher Empfang durch die Einwohner Anchorages bereitet. Beeindruckend waren auch all die verschiedenen Uniformen. Ein für uns doch eher ungewöhnliches, aber tolles Erlebnis.

 

Nach dem Lunch gab es ein regionales Treffen (Deutschland Region 13 u.a. mit Großbritannien). Am Abend fand dann ein indonesischer Abend statt. Indonesien ist der Ausrichter der Conference 2020 und stellte an diesem Abend seine Kultur und sein Land vor. Hier wurden auch die ersten Kontakte u.a. mit den Kolleginnen aus Kanada geknüpft.

 

Am Dienstag begannen die Vorträge, die man frei wählen konnte. Wir haben uns in dieser Woche u.a. Vorträge über „Forensic Response to Pulse Nightclub Terror Attack“ (FBI); „How to Read Body Language for Women Police”; “James Dale Ritchie, Anchorage Serial Killer Study”; “Narcotics K9 Handler at the Anchorage Airport” und andere angehört. Die Vorträge waren sehr unterschiedlich gestaltet, von daher auch unterschiedlich interessant. Herausragend waren aber die Vorträge des Kollegen Glen Klinkhardt aus Anchorage („Finding Bethany“), dessen Schwester mit 17 ermordet wurde. Zu diesem Zeitpunkt war er selbst 15 Jahre alt. Er ging später zur Polizei und berichtete über Ermittlungsvorgänge und wie er mit Opfern, Tätern und auch sich selbst zum eigenen Schutze umgeht. Über das Thema hat er auch ein Buch geschrieben, welches wir uns noch in Anchorage bestellt haben. Officier Joe Di Lillo, Ohio, berichtete in „The Montgomery Facetime Standoff” von einem ehemaligen NFL-Footballspieler, der seiner Ex-Frau am Telefon drohte, diese und die vier gemeinsamen Kinder umzubringen. Officier Di Lillo war der erste am Einsatzort und dokumentierte den weiteren Einsatzablauf bis zur Festnahme mit seiner Bodycam (Bild/Ton). Der Vortrag war - auch wegen der hervorragenden Rhetorik - sehr interessant. Monique Doll, Detective, Anchorage, berichtete über einen Serienmörder („From Suspicious Circumstances to Serial Killer: The Israel Keyes Investigationen”). Auch ihre Vortragsweise war herausragend. Zudem war der Fall sehr interessant und ist auch in Büchern und Fernsehsendungen thematisiert worden. Israel Keyes wurde nach Ermittlungen in einem Mordfall an einer Frau aus Anchorage festgenommen. Zu diesem Zeitpunkt wusste noch niemand, dass es sich um einen Serienmörder handelte. Ihm wurden später mindestens 11 Morde zur Last gelegt. Die Kollegin geht allerdings von einer weit höheren Zahl aus. Zu einer Verhandlung kam es nicht, da Israel Keyes im Dezember 2012 im Gefängnis Selbstmord beging.

 

Die Abendveranstaltungen „IWAP 2020 Hospitality Night“, „Alaska Native Heritage Center“, „Anchorage Museum“ sowie die „Glacier Gala“ rundeten die Tage ab und boten die Möglichkeit, die Gespräche zu vertiefen und weitere Kontakte zu knüpfen. Natürlich wurden in dieser Zeit auch einige Patches bzw. Coins getauscht.

 

Am Samstag unternahmen Nicole und ich noch einen privaten Rundflug über die Berge am Rande des Denali Nationalparks, um zumindest etwas von der Landschaft und den Weiten Alaskas zu sehen. Am Abend trafen wir uns ein letztes Mal mit den deutschen Kolleginnen, bevor es am Sonntag über Seattle und Frankfurt wieder Richtung Heimat ging.

 

An dieser Stelle möchte ich wegen bereits mehrfacher Nachfragen anmerken: die Reisekosten und die Kosten für die Conference wurden von uns selbst getragen und die Reise fand in eigener Verantwortung statt. Man kann dafür aber Sonderurlaub beantragen.

 

Die Woche war großartig und einzigartig. Neben der Conference, die einem zumindest in Teilbereichen neue Einblicke verschaffte, waren die Begegnungen mit Kolleginnen (und auch Kollegen) aus Deutschland und aus aller Welt einfach nur fantastisch. Hieraus entstanden neue, hoffentlich langjährige, Freundschaften. Die ersten Besuche Richtung Kanada und umgekehrt sind schon in Planung bzw. fanden schon statt. Auch wenn es im nächsten Jahr mit der Conference in Indonesien vermutlich urlaubsbedingt nicht klappt: Niagara Falls 2021 haben wir bereits fest im Blick!

 

Ein herzliches Dankeschön gilt der IAWP, der Stadt Anchorage, dem Anchorage Police Departement, Heike Rohdenburg (für eine Idee, die unser Leben definitiv bereichert hat), den Kolleginnen aus Deutschland und all unseren neuen Wegbegleiterinnen und Freunden aus aller Welt, die die Woche einfach unvergesslich gemacht haben.

 

Für Rückfragen zu dieser Reise und der Conference stehen wir jederzeit gerne zur Verfügung.

 

Elke Weerda

Unsere nächste Reise wird vermutlich 2021 nach Canada zu Konferenz der IAWP gehen.

Dieses Video ist ein kleiner Vorgeschmack:

https://www.youtube.com/watch?v=zJjPxi63B90

"Verantwortung übernehmen

was hält mich davon ab?"

 

Zentraler Buß- und Bettagsgottesdienst

für Polizei · Zoll · Apostel-und-Markus-Gemeinde

20.November 2019, 16:00 Uhr, Apostelkirche

Hannover Oststadt

Studienreise nach Alaska mit Teilnahme an der Konferenz der IAWP

- einen Erfahungsbericht können Sie hier sehen.

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