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© Necrophorus; Naumburger Dom; www.wikipedia.de
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Buß- und Bett-Tag

 

Liebe Leser und Leserinnen,

 

einer meiner ersten Konfirmanden sagte kurz vor dem Buß- und Bettag einmal zu mir: „Für mich ist es ein Buß- und Bett-Tag. Ich schlafe aus, weil ich nicht zur Schule muss.“

 

Wenn wieder einmal die Diskussion geführt wird, ob der Buß- und Bettag arbeitsfrei sein sollte, dann scheinen mir die Argumente auch eher weltlichen Charakter zu haben. Allen anderen voran: die anderen Bundesländer hätten auch mehr Feiertage, „nur wir nicht“. Würde der Tag dann frei sein, würde ich am ehesten mit Shoppingtouren rechnen, so wie die Nordrhein-Westfalen an Allerseelen zum Einkaufen nach Niedersachsen fahren und die Niedersachsen an Karfreitag oder Christi Himmelfahrt in die Niederlande. Völlig absurd wird es, wenn sich Menschen über das Tanzverbot an Karfreitag beschweren: die Kirche würde sie „bevormunden.“ Ach, und wer hat den Tag eingebracht, wenn nicht die Kirche? Wer an dem Freitag lieber tanzen möchte, kann sich der Bevormundung durch die Kirche ganz entziehen, indem er sich für die Abschaffung des Karfreitags als Feiertag einsetzt. Danach kann er sich einen Urlaubstag nehmen und tanzen, so viel er will.

 

Mein Konfirmand von damals hat mit seiner Aussage vielleicht nicht die größte Frömmigkeit an den Tag gelegt, aber er war ehrlich zu mir und zu sich selbst. Und so würde ich auch dafür plädieren, den Buß- und Bettag nicht als offiziellen Feiertag einzuführen, um damit Shoppingtage zu kaschieren, sondern lieber einen rein weltlichen Frei-Tag zu benennen.

 

Im Alten Testament gibt es eine alte Geschichte, in der Abraham vor der Zerstörung Sodoms mit Gott verhandelt wie bei einem Kuhhandel. Wenn es nur 50 Unschuldige in der Stadt gäbe, solle Gott die Stadt um derentwillen doch bitte verschonen. Da Abraham bald selber Zweifel kommen, handelt er Gott weiter herunter: 40, 30, 20, am Ende zehn Unschuldige. Vielleicht wissen Sie, dass die Stadt am Ende doch unterging. Aber anders herum: Wenn ich wüsste, dass nur zehn, 20, 30, 40, 50 Menschen mehr einen freien Buß- und Bettag wirklich zur Stille, inneren Einkehr und Besinnung nutzen würden – ich würde meine Meinung noch einmal überdenken.

 

Axel Kullik, Polizeiseelsorger in Oldenburg

 

Zentraler Buß- und Bettagsgottesdienst für Polizei und Zoll

"Gott vertrauen-Gottvertrauen"

22.November, 16 Uhr

in der Apostelkirche, Hannover Oststadt

Neben den Seminaren bieten wir weitere Veranstaltungen, sowie vertrauliche Gespräche zu persönlichen und dienstlichen Themen an. Sprechen Sie uns an und wir vereinbaren gerne einen Termin bei uns oder einem anderen neutralen Ort.

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