Foto: H. Rohdenburg
Foto: H. Rohdenburg

 

 

 

 

Gedanken zur Jahreslosung 2021

 

Jesus Christus spricht: Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist!

 

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

 

mit diesem Spruch aus dem sechsten Kapitel des Lukas-Evangeliums grüße ich Sie – auch namens aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unseres Dienstes – sehr herzlich und wünsche Ihnen ein gesegnetes und behütetes Jahr 2021 in schwieriger Zeit.

 

Auf die Jahreslosung Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist folgen diese Imperative:

 

Und richtet nicht, so werdet ihr auch nicht gerichtet. Verdammt nicht, so werdet ihr nicht verdammt. Vergebt, so wird euch vergeben.

 

Das sind starke Herausforderungen für Menschen, die beruflich oder privat unter Druck stehen. Wer viel leisten muss und mit anderen Menschen nicht nur zusammenkommt, sondern auch auf deren Fähigkeiten oder Gutwilligkeit angewiesen ist, kann durchaus in Unbarmherzigkeit oder Richten verfallen. Es wäre realitätsfern, von uns permanenten Gleichmut gepaart mit Barmherzigkeit zu verlangen. Wenn andere aus Fahrlässigkeit oder Vorsatz öfter denselben Fehler machen, unfreundlich oder unverschämt sind, reicht`s irgendwann. Eine angemessene Reaktion und Gegenwehr ist nicht zu beanstanden. Auch Jesus kann im Streitgespräch sehr deutlich werden oder sogar handgreiflich, wenn er Händler und Geldwechsler aus dem Jerusalemer Tempel vertreibt (Johannes-Evangelium, Kapitel 2).

 

In einer definierten Situation einem anderen ggf. unmissverständlich deutlich zu machen, dass ein Verhalten nicht in Ordnung ist, gestaltet sich im guten Fall als reflektiertes Korrigieren, vor allem in dienstlichen Kontexten. Unbarmherzig und richtend bis hin zum Verdammen wird es, wenn ich mein Gegenüber persönlich verletze. Bei aller Kritik kann ich ihn oder sie immer noch Mensch sein lassen. Ein Mensch wie ich. Bevor ich tatsächlich „richte“, sollte ich mich fragen, wie ein Mensch zu dem geworden ist, was gerade sichtbar ist. Woher eine vielleicht hässliche Seite kommt, ein zu missbilligendes Verhalten. Das heißt nicht, dass ich mir alles gefallen lasse, überhaupt nicht. Aber ich sollte im Anderen ein Mitgeschöpf sehen, das Erbarmen nötig hat – wie ich auch. Und oft kenne ich ihn oder sie wenig oder kaum so umfassend, dass ich tatsächlich und endgültig be- oder verurteilen könnte. Dieses letzte Urteil hat Gott sich vorbehalten. Was wissen wir denn wirklich vom Kollegen oder der Kollegin? Noch einmal: Es geht nicht darum, resignierend inakzeptables Verhalten hinzunehmen, sondern fair und gezielt das zu unterbinden, was falsch ist. Und dabei nicht zu vergessen, dass auch ich im Umgang mit Anderen in komplexen Systemen wie Polizei, Zoll oder Kirche auf Erbarmen angewiesen bin.

 

Zurückhaltung im Urteil darf ich mir erlauben, weil sie bei Gott auch mir gilt: Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist. Ich glaube, dass Gott mir nicht als rächender, sondern als vergebender, nicht-verdammender Richter begegnet. In solchem Glauben darf ich nicht-richtend, wenn auch im Bedarfsfall korrigierend, mit anderen Menschen auf der Lebensreise unterwegs sein.

 

Ihr Pastor Frank Waterstraat

 

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