Kein Problem!

 

 

Lieber Besucher, liebe Besucherin unserer Website,

 

stellen Sie sich bitte vor, Sie hätten Urlaub und säßen in Ihrem Auto zur Hauptverkehrszeit auf der A29. Vor einer Baustelle verengen sich die Fahrspuren von sieben auf eine. Eigentlich sind gar keine Fahrspuren mehr zu erkennen, stattdessen nur ein einziges Meer von Fahrzeugen: Pkw, Lkw, Motorräder, kreuz und quer. Sie selbst sitzen hinter dem Steuer Ihres Autos und bekommen das Lächeln nicht mehr aus Ihrem Gesicht. Mit riesigem Vergnügen schieben Sie sich durch das Gewühl, manchmal trennen Sie nur zehn Zentimeter vom Blech Ihres Nachbarn. Die ganze Situation macht Ihnen sichtlich Freude.

 

Wenig wahrscheinlich? Doch! In diesem Fall handelte es sich um die A29 mitten in Palermo, Sizilien. Wir waren im Urlaub und mussten Palermo durchfahren, um ein Ausflugsziel zu erreichen. Ich, der ich Staus, Gruppen, Menschengewühl und Schlangenstehen meide wie die Pest, fuhr staunend und lächelnd durch dieses Geschiebe und: Wir waren nach fünf Minuten durch. „Fahren und fahren lassen.“ Niemand fragte in diesem Gewühl nach Vorfahrt, danach, wer von rechts oder links, von der Haupt- oder Nebenspur kam. Jeder ließ jede hinein, wohlwissend, dass er oder sie fünf Meter weiter ebenfalls in die Spur eingelassen werden würde. Kein Hupen, kein Schimpfen, keine bösen Gesten: leben und leben lassen. Es gab einen Stau, aber niemand machte ihn zu einem Problem. Da war er auch schon wieder vorbei.

 

In der Regel verbinden wir Urlaub mit Entspannung, mit Kultur, damit, den Alltag mit all seinen Beschwernissen für eine Weile hinter uns zu lassen. Urlaub soll heißen, keinen Problemen zu begegnen. Dieser Urlaub war anders für mich. Ich habe an vielen Stellen erlebt, dass es viele verschiedene Möglichkeiten gibt, mit Situationen umzugehen. Ob ich für mich in einer Situation ein Problem sehe oder nicht, entscheide ich ganz allein und niemand sonst. Es gibt keine Probleme per se – ich schaffe sie, indem ich sie als solche definiere. Und da kommt es nicht darauf an, ob ich zu Hause oder im Urlaub bin.

 

Jetzt, nach dem Urlaub, werde ich immer wieder gefragt: „Und, hast Du Dich gut erholt?“ „Gelernt habe ich“, antworte ich dann: „Gelernt, wie ich das Leben leichter angehen kann.“

 

Gottvertrauen könnte das Thema meiner Predigt über den Stau sein. Gottvertrauen, dass wir als gleichwertige Geschöpfe Gottes auf dem Weg sind und dass wir, wenn wir uns als solche sehen, in einem ruhigen und behütenden Fluss von Liebe und Zuversicht gehalten werden. Wir kommen entspannt und fröhlich am Ziel an und es gibt nichts, dessen wir uns im Nachhinein schämen, was wir im Nachhinein bereuen müssten. Das Leben – kein Problem!

 

Herzliche Grüße an Sie, eine gesegnete Urlaubszeit, ciao,

Axel Kullik

 

Polizeiseelsorger in der PD Oldenburg und der Region Ostfriesland

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