Abschied und Neubeginn

 

 

 

Lieber Leser, liebe Leserin,

 

 

 

Ende Januar durfte ich an einer schönen Feier teilnehmen. Unsere Tochter hat ihr Studium abgeschlossen und die Fakultät ihrer Universität hatte zu einem großen Fest eingeladen. Es begann am Nachmittag mit einem ökumenischen Gottesdienst mit Segnung der Absolventen und Absolventinnen. Am frühen Abend ging es weiter mit Reden, einem Festvortrag, musikalischen Beiträgen, der feierlichen Verleihung von Urkunden, der Abnahme einer gemeinsamen Verpflichtung, dann mit einem Buffet, Tanz (mit elterntauglicher Band) und abschließender Disco „bis in die Puppen“ für das jüngere Volk mit Musik vom Plattenteller.

 

Zugegeben, zweieinhalb Stunden Reden und offizielle Akte waren lang, zumal man das Buffet schon lange vor Ende riechen konnte. Aber als ich am Abend meine Tochter mit ihren Freunden und Freundinnen sah, war ich zutiefst dankbar, dass die Universität diesen Abschluss eines Lebensabschnittes unserer Kinder so würdevoll und wertschätzend gestaltete. Wir Menschen brauchen Rituale, um die Schwellen im Leben zuversichtlich überschreiten, um Abgeschlossenes angemessen trauern und uns gleichzeitig an Gewonnenem freuen zu können. Wir brauchen die Begleitung von Menschen an diesen Punkten und auch eine Verpflichtung kann uns Halt und Orientierung geben, uns eine Gemeinschaft spüren lassen.

 

Die Absolventen und Absolventinnen waren glücklich, feierten dankbar das Ende der Examensmühen, tauschten sich über die nächsten Schritte aus, posierten stolz mit ihren Urkunden – einzeln, mit den verschiedenen Freunden und Freundinnen, als gesamter Abschlussjahrgang. Für die meisten begann in den Tagen danach schon das hauptberufliche Leben irgendwo in Deutschland oder auch darüber hinaus. Alle aber konnten wohl den Neubeginn spüren und benennen.

 

Das Leben ist ein steter Wandel vom Gestern zum Morgen. Der kleine Punkt auf der Linie ist unsere Gegenwart, der Punkt, an dem allein wir leben können. Oft will dieser Punkt bewusst gestaltet sein, wenn sich etwas spürbar ändert, wir Altes zurücklassen und Raum für Neues gewinnen wollen. Nehmen Sie sich diese Zeit, diesen Raum. Sagen Sie irgendjemandem Danke, geben Sie einem anderen Menschen die Hand zum Abschied. Räumen Sie etwas weg, reinigen Sie Flächen, lüften Sie – das Haus oder auch Ihr Leben. Und dann feiern Sie und gehen Sie anschließend getrost Ihren Weg. Das Alte wird Erfahrung werden, aber Sie nicht mehr zurückhalten. Leben.

 

 

Herzliche Segensgrüße

 

Axel Kullik

 

Polizeiseelsorger in der PD Oldenburg und der Region Ostfriesland

 

 

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