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Foto: A.Kullik
Foto: A.Kullik

 

Was es doch alles gibt!

 

Liebe Besucher und Besucherinnen unserer Homepage,

 

mir schwärmte in diesen Tagen jemand von seinem Besuch auf der CeBIT vor, der weltgrößten Computermesse. Sie liegt nun schon ein paar Wochen zurück, doch dieser Mann war immer noch ganz beeindruckt, von dem, was er dort alles gesehen hatte. Selbst Staatsmänner und -frauen kommen zur Eröffnung der Messe, gefolgt von ungefähr einer halben Million Besuchern. Einige Tage heißt es dann: „Was es doch alles gibt!“

 

Zugegeben, ich war nie auf der CeBIT und werde sie auch wohl nie besuchen, denn das Thema interessiert mich nicht weiter. Ich finde es aber spannend, das ganze Spektakel zu beobachten. Es erinnert mich an die Jahrmärkte vergangener Jahrhunderte. In großen Abständen kamen Schausteller in die Stadt und brachten „Sensationen“ mit: Jungfrauen mit Bart, Elefantenmenschen und dazu den stärksten Mann der Welt. Sie versprachen Zauberei, Kraft und Geschwindigkeit. Sie lasen die Zukunft aus Kaffeesatz, aus der Glaskugel oder aus Karten. Und sie ließen sich die Illusionen bezahlen. Manch einer gab sein sauer verdientes Geld dann auch hin in der Hoffnung auf eine bessere Zukunft. Wer kein Geld hatte, der hoffte doch, hier und da einen Blick zu erhaschen, um wenigstens mitreden zu können – dieses ist heute vielleicht der Otto-Normalverbraucher, der an den Ständen der CeBIT Werbeartikel in seine Plastiktüte sammelt im Wissen, sich die dargebotenen Produkte niemals leisten zu können.

 

Der Mensch ist darauf angelegt zu erforschen, zu entdecken, zu erfinden. Er möchte seine Welt ordnen, verstehen, wenn möglich auch beherrschen. Letzteres wird ihm niemals gelingen und es bleibt ihm nur zu wünschen, dass er mit dieser Erkenntnis irgendwann Frieden schließen kann. Bis dahin mag er sich vergnügen mit oder träumen von Dingen, die in Mega, Giga und Tera gerechnet werden. Und ich gönne ihm die Freude, die er dabei hat!

 

Der Kirchenvater Augustin, der im 4. Jahrhundert v. Chr. lebte, hat einmal ganz gelöst festgestellt: „Was es alles gibt, das ich nicht brauche!“ Vielleicht macht der eine oder andere Besucher der CeBIT diese Erfahrung ja auch. Das Pfingstfest, das wir in diesen Tagen feiern, steht für mich für diese Erkenntnis: Was es doch alles gibt, das ich nicht brauche, denn mir ist schon alles gegeben. Allem vorweg mein Leben. Und dieses Leben ist begleitet von dem, was unsere Vorfahren den Geist Gottes nannten. Dahinter steckt die Erfahrung, dass das Leben eben ist, wie es ist, in manchen Situationen auch unverständlich und vielleicht schwer zu ertragen, aber niemals gegen mich persönlich gewandt. Kein Schicksal, keine böse Macht macht Jagd auf mich. Vielleicht ist die Situation, die ich gerade vorfinde – eine von unendlich vielen möglichen Situationen –, eben nicht ohne Reibungsverluste zu regeln. Sie hat aber wieder unendlich viele mögliche Fortsetzungen. Welche es letztlich werden wird, liegt auch an mir und an meiner Lebenseinstellung, ich sage: an meinem Gottvertrauen. Das Leben ist mir geschenkt, dass ich es entfalte, lebe, immer im Kreis mit anderem Leben, das sich entfalten und leben will.

 

So eine Erfahrung kann mich noch freundlich begleiten, wenn die Werbegeschenke aus der Plastiktüte schon lange auf der Müllkippe lagern.

 

Mit herzlichen Segensgrüßen

 

Axel Kullik, Seelsorger in der PD Oldenburg und in der Region Ostfriesland

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