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Foto:H.Rohdenburg
Foto:H.Rohdenburg

 

 

 Die Jahreslosung 2017 steht im Buch des Propheten Ezechiel, der auch als Hesekiel bezeichnet wird, im 36. Kapitel in Vers 26 (hier nach der Übersetzung Martin Luthers wiedergegeben):

 

Gott spricht: Und ich will euch ein neues Herz und einen neuen Geist in euch geben.

 

Ich möchte Sie zur eigenen Reflexion dieses Satzes anregen und zitiere Ihnen den kompletten Vers:

 

Gott spricht: Und ich will euch ein neues Herz und einen neuen Geist in euch geben und will das steinerne Herz aus eurem Fleisch wegnehmen und euch ein fleischernes Herz geben.

 

Das ist sicherlich beim ersten Lesen eine ungewohnte, bildhaft-konkrete Sprache. Ich bitte Sie, sich darauf einmal einzulassen.

 

Sie kennen das Wort „hartherzig“. Es beschreibt als Eigenschaft einen Menschen, der sich nicht „erweichen“ lässt. Denken Sie an einen Lehrer, der nicht bereit ist, aus der Fünf, die vielleicht auch eine schwache Vier sein könnte, die bessere Note zu machen. Oder an einen Richter, der grundsätzlich zum höheren Strafmaß greift. Oder an einen Menschen, der sich von der Not anderer einfach nicht berühren lässt und daher nicht zum Helfen bereit ist. Auch er hat sein Herz verhärtet.

 

Für mich bedeutet das, den anderen in seinem Anders-Sein und in seinen Bedürfnissen, möglicherweise sogar in seinem guten Recht, nicht mehr wahrzunehmen. Das harte Herz ist im Wortsinn nicht zu beeindrucken. Damit ich jemanden oder sein Herz beeindrucken kann, muss seine Oberfläche weich sein. Sie muss dem Druck mindestens etwas nachgeben, das heißt, eine Wirkung auf sich zulassen. Ein Herz aus Stein ist nicht beeindruckbar. Das ist nur eines aus Fleisch und Blut.

 

In Ihren Berufen oder Tätigkeitsfeldern gibt es, denke ich, einzelne Situationen, in denen das steinerne Herz die einzige Möglichkeit ist, handlungsfähig zu bleiben. Ich stelle es mir vor in Einsatzlagen mit extremer Eigengefährdung oder dann, wenn Sie mit entsetzlichem Leid konfrontiert werden. Dann müssen die professionell Handelnden eine bestimmte Grunddistanz behalten, sie dürfen sich nicht mit fremdem Leid identifizieren, weil sie dann nicht mehr helfend agieren können. Das ist keine Rohheit, sondern der Versuch, die eigene Hand zu den Betroffenen ausgestreckt halten zu können.

 

Aber es gibt auch anderes. Den überlebenden Familienangehörigen, der seine Familie oder einen Teil davon bei einem Unglück verloren hat. Die alte Frau, deren Mann gestorben ist. Der Kollege, oder die Kollegin, die schwer an einem persönlichen Schicksal zu tragen haben. Dann ist ein Herz aus Fleisch notwendig und manches Mal auch Not wendend. Dann, wenn mein Gegenüber das Gefühl hat, bei mir einen Eindruck hinterlassen zu haben und nicht einfach nur abgeprallt oder abgeperlt zu sein wie an einer Teflon-Beschichtung.

 

Natürlich können wir nicht alles Leid und jede Not an uns heranlassen. Aber bevor wir diesen Abwehr-Satz aktivieren, können wir die Frage stellen, was wir genau jetzt tun können, ohne unser Herz von seiner Beeindruckungsfähigkeit beschädigen zu lassen. Was hier geht, ist sehr individuell. Ich behaupte: Niemand kann nichts und keiner kann alles. Offen und zugewandt Zuhören, einfach Da-Sein, vorsichtige aber spürbare Nähe, ein tatsächlich kluger Rat, oder auch einmal der beherzte Griff in das eigene Portemonnaie können einfache aber helfende Erscheinungsformen eines Herzens aus Fleisch sein. Ganz deutlich: Es müssen nicht gleich die moralischen Heldentaten sein. Wer an seinem oder Ihrem Platz das Mögliche tut, liegt richtig.

 

Dazu gebe uns Gott ein offenes, kluges und lebendiges Herz, eines aus Fleisch und Blut.

 

Mit herzlichen Segenswünschen im Jahr des Reformationsjubiläums

 

Frank Waterstraat, Pastor

 

 

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