Foto: H.Rohdenburg
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Gedanken zum Bußtag 2018

 

Ich bin viel mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs. Keine Sorge, es geht jetzt nicht um mangelnde Pünktlichkeit, sondern um mangelnde Freundlichkeit.

In meiner Kindheit waren die Wörter „bitte“, „danke“ oder „Entschuldigung“ fester Bestandteil elterlicher Erziehungsbemühungen. Das führte zu gelegentlichen Reibereien und Disputen, war aber grundsätzlich richtig. Was sich heute aus meiner Sicht im alltäglichen Umgang miteinander abspielt, empfinde ich zunehmend als genauen Gegensatz zu dieser Erziehung. Lassen Sie doch einmal jemandem den Vortritt – auf`s Dankeschön warten Sie häufig vergebens, ähnlich wie auf die Entschuldigung für`s Angerempelt-Werden oder den Rucksackgurt im Gesicht. Füße im Gang? Müssen Sie eben aufpassen, wenn Sie dort entlanggehen. Oder bitten Sie jemanden in einem vollen Zug, doch die Tasche vom Sitz zu nehmen. Dann sind Reaktionen von Unhöflichkeit und Dickfälligkeit möglich, deren Sie unterhalb der – natürlich nicht ratsamen - Schwelle körperlichen Einsatzes nicht Herr werden. Ich frage mich, warum der Teil der bürgerlichen Konvention, der das alltägliche Miteinander erträglicher macht, zusammen mit dem tatsächlich Piefigen und Miefigen abgeschafft wurde. Denen, die über ein eher bürgerliches Benehmen spotten oder sich selbst davon dispensieren, schlage ich vor, innezuhalten und sich vorzustellen, wie ein freundlicherer Alltag aussähe. Ohne Vordrängeln beim Einsteigen, mit einem freundlichen „Danke!“ bei kleinen Gefälligkeiten, einem „Entschuldigung!“ bei Missgeschicken und vielleicht sogar einmal mit einem Lächeln zwischendurch. Nur zur Sicherheit: alles das gibt es. Aber es dürfte mehr sein.

Buße bedeutet im eigentlichen Sinn Umkehr auf einem verkehrten Weg, Abkehr von einem falschen Tun. Positiv geht es um einen neuen Weg. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass eigene Freundlichkeit inmitten einer manchmal eher flegelhaften Umgebung Wunder wirken kann. Sie kann ein Zeichen dafür setzen, dass ein angenehmeres Miteinander auf Gegenseitigkeit möglich ist, oder mit Worten aus dem Matthäus-Evangelium: Alles nun, was ihr wollt, das euch die Leute tun sollen, das tut ihnen auch. Gelegentlich kam es mir so vor, als ob mein Gegenüber regelrecht überrumpelt wurde von einem zugewandten Verhalten. Und nichts geht über ein Lächeln. Das ist mein Ansatz und Vorschlag zur Buße in diesem Jahr: ein Zeichen der Freundlichkeit in einem unfreundlichen Alltag setzen. Ich glaube, unser Miteinander kann davon gut etwas gebrauchen. Und wenn es zu viel wird an Unhöflichkeit, kann man sich das ja immer noch verbitten. Bestimmt, aber freundlich.

 

Frank Waterstraat, Pastor

Zentraler Buß- und Bettagsgottesdienst für Polizei, Zoll und Gemeinde

21.11.2018

16 Uhr

in der Apostelkirche, Hannover Oststadt

Informationen finden Sie hier

20.09. - 29.09.2019

Studienreise in Anchorage

-Mit Besuch der Konferenz IAWP-

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