Impuls

Wie halten Sie es mit dem Advent?

 

Gehören Sie zu den Menschen, die sich gerne etwas Adventliches in die Wohnung stellen? Fenster dekorieren, Lichterketten ans Haus oder im Vorgarten anbringen? - Vielleicht reicht ihnen ein grüner Zweig mit einer Kerze, die ein bisschen adventliches Licht ausstrahlt? Oder sollte man in diesen Zeiten besser darauf verzichten, sich das Ganze sparen?

Wie halten Sie es mit dem Advent in diesen Zeiten?

Wenn ich als Polizeiseelsorger mit polizeilichen Kolleginnen und Kollegen spreche, dann ist auch die Novemberstimmung immer wieder ein Thema. Wer im Drei-Schicht-Dienst arbeitet, hat oft wenig vom Licht. Es wird spät hell und früh dunkel. Oft ist das Wetter eher grau. Für so manche wirkt sich dies auch auf die Freude am Dienst aus. Es schlägt einem auf die Stimmung, aufs Gemüt. Manche und mancher merkt das besonders.

Vermehrt kommen Kolleginnen und Kollegen in dieser Zeit auch in die Beratungsstelle. Das ist gar nicht ungewöhnlich. Der Volksmund spricht in diesem Zusammenhang oft von Winterdepression, Therapeuten bezeichnen es als saisonale Depression, denn sie tritt in dieser Zeit typischer Weise auf.

Neben vielem anderen, was jemand dann in der Beratung und Therapie benötigt, gibt es eine besonders augenfällige Ursache dafür. Es ist der Mangel an ausreichend hellem Licht, wie es das Sonnenlicht im Sommer zur Verfügung stellt. Denn vieles, was der Körper braucht und produziert, erfolgt, wenn solches Licht vorhanden ist. Vitamin D gehört dazu, aber auch die Konzentration des Serotonins ist im Sommer deutlich höher. Gerade Serotonin ist für den Gemütszustand maßgeblich.

Um hier gut zu unterstützen, erhalten Menschen in Beratung und Therapie die Empfehlung, eine Lichttherapielampe zu nutzen. Mit ihrem Licht stellt sie das zur Verfügung, was einem in dieser dunkeln Jahreszeit noch nicht wieder vom Himmel entgegen scheint. Und das Gemüt hell sich auf.

Es erweist sich als richtig gute Hilfe. Und mir als Christ hilf es auch, um zu verstehen, wofür wir den Advent mit seinem Licht brauchen. Gerade wenn die Zeit dunkler ist, wie eben die gegenwärtige, spürt man bis in die eigne Seele hinein das Bedürfnis nach Hoffnungslicht. Licht, dass einem sichtbar macht, dass es nicht dunkel bleibt wie es ist. Licht, das einen stärkt und Hoffnung gibt.

Für Christen leuchtet dieses Licht von Weihnachten herüber. Es beginnt im Advent zu leuchten. Es macht dunkele Tage heller und hellt das eigne Gemüt auf. Man kann erleben: Gut, dass es den Advent gibt.

Diese Erfahrung wünsche ich Ihnen von Herzen,

Ihr

Maic Zielke,

Polizeiseelsorger

Aktuell

Angebote