Herzlich willkommen

... auf den Websites des Kirchlichen Dienstes in Polizei und Zoll

 

 

 

Lieber Besucher, liebe Besucherin unserer Homepage,

 

 

vor einiger Zeit bekam ich ein kleines Schild in die Hand: SCHULD ABLADEN VERBOTEN. Wenn ich mir dazu ein Bild vorstelle, dann sehe ich allerdings weniger eine wilde Müllkippe mit verheimlichten Fehltritten und Sünden vor mir als vielmehr eine ganze Gesellschaft, die sich dieses Schild um den Hals gehängt hat: Politiker, die Millionenspenden „vergessen“; Raser, die hunderte von Metern weit schleudern, Menschen verletzen und noch Stein und Bein schwören, sie seien 50 km/h gefahren; andere, die Schlimmes angerichtet haben und freigesprochen werden wollen, weil sie ja betrunken gewesen seien; den alltäglichen schäbigen Unfallflüchtigen vom Supermarkt-Parkplatz, der andere Autobesitzer trotz Versicherung auf ihren Beulen und Schrammen sitzen lässt. Und daneben steht eine Justitia, die sich „Alles zur Bewährung“ auf die Augenbinde gemalt hat.

 

Dass der Staat die Pflicht hat zu strafen, steht für mich außer Frage. Wenn er im Ausnahmefall von Bewährung spricht, dann spricht das für ihn – wird die Bewährung jedoch zum Regelfall, dann untergräbt er damit seine eigene Autorität sowie das Rechtsbewusstsein der Gesellschaft und verstößt damit gegen seine Grundaufgabe.

 

Als den eigentlichen Verlierer, die eigentliche Verliererin jedoch sehe ich den Menschen, der erfolgreich versucht, sich vor aller Verantwortung zu drücken – er stellt sich selbst als verantwortungslos dar. Warum klagt er nicht sein „Recht auf Strafe“ ein? Das Gericht, das sich windet, ihm die Konsequenzen seines Handelns zuzumuten, erklärt ihn in dem Moment für unmündig. Als Gewinn kann das aber nur ein Mensch begreifen, für den es jenseits seiner Nasenspitze nichts anderes gibt; ein Mensch, der um jeden Preis versuchen muss, mit möglichst wenig Einsatz höchstmögliches Vergnügen in einer mit Sicherheit begrenzten, aber ohne klare Datumsangabe versehenen Zeitspanne zu erreichen. Sinn und Wert seines Lebens messen sich an der Qualität der Ablenkung.

 

Die Passionszeit, die in diesem Jahr Anfang März beginnt, war in alter Zeit klar definiert als Bußzeit. Das Wort Buße bedeutete ursprünglich auch „Nutzen, Vorteil“ oder „Heilung“. Noch heute nutzen viele Menschen sie als Zeit, um sich der Verantwortung für das eigene Leben zu stellen und dabei Heilung zu finden. In Aktionen wie z.B. „Sieben Wochen ohne“ übernehmen sie wieder die Verantwortung für ihre Erholung, für ihre Erbauung, für ihr körperliches und seelisches Wohlergehen – weg von den oberflächlichen Angeboten der Medien, den betäubenden der Nahrungsmittelindustrie, den lärmenden des Unterhaltungsgewerbes, hin dazu, den Körper, die Elemente, die Ruhe, sprich sich selbst wieder zu spüren. Im traditionellen christlichen Sprachgebrauch heißt das dann: „Gott selbst hilft dir, Schuld zu tragen statt sie zu verleugnen, und öffnet dir Wege zu einem Leben als ganzer Mensch.“ Es ist möglich, Verantwortung für das eigene Tun zu übernehmen statt vor ihr davonzulaufen. Es ist möglich, aufrecht durch das Leben zu gehen statt sich hindurchzuwinden. Es ist allein eine Frage des Bodens, den wir unter den Füßen haben. Nichts gegen eine nette Ablenkung hin und wieder – aber beim Leben und Sterben hilft sie mir wenig. Ein bewusst und verantwortungsvoll gelebtes Leben bietet da ganz andere Möglichkeiten.

 

Mit herzlichen Segensgrüßen

 

Axel Kullik, Seelsorger in der PD Oldenburg und in der Region Ostfriesland

 

 

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